Unsere Trachten

Allgemeines über Trachten

Allen Trachten liegt das Gemeinschaftsgefühl zugrunde, das aus Sitte und Brauch einer Volksgruppe entstanden ist. Das besondere Merkmal einer Tracht ist ihre Beständigkeit über Jahre, bzw. Generationen hinweg.
Im Mittelalter war das bäuerliche Gewand die Arbeitskleidung: Hemdkittel, Umhang, Fellmantel, Kopftuch, Holz- und Strohschuhe. Diese Kleidung war bedingt durch Klima und Gegend. Wollten die Bauern ihre Kleidung festlich gestalten, wandte sich der Adel und die gehobene Bürgerschicht gegen die Putzsucht der Bauern. Erst im 16. Jahrhundert entstand die Festtagstracht, die dann der Würde und dem Reichtum des Bauernstandes entsprach. Das galt auch für Oberschlesien.

Schönwalder Tracht

Die Schönwalder Tracht ist für uns ganz besonders beachtenswert, weil sie allein auf diesen Ort beschränkt war.
In Schönwald trug Jung und Alt bis zur Vertreibung die Tracht. Die Schönwalder hielten streng an Sitte und Brauchtum fest. So durfte ein Außenstehender ihre Tracht nicht anziehen.
Wir tragen die Trachten der Kränzelpaare (Brautführerpaare), wie sie bis 1945 getragen wurden.

Die Frauentracht:
Um den Hals trägt sie eine kleine Spitzenkrause mit rotem oder grünem Bandbesatz, die nur bei Hochzeiten angelegt wird. Über der Bluse wird das Mieder getragen. Es ist von schwarzem Tuch, mit rotem gekräuseltem Band besetzt und hat einen grünen Vorstoß. Silberschnüre, die von gelben und grünen Bändchen eingefaßt sind und Goldknöpfe zieren das Mieder vorn, der Rücken ist glatt. Am unteren Rande des kurzen Mieders sitzt eine dicke wattierte Stoffrolle, die "Wurst". Sie ist der Halter für die weiten Röcke. Durch die "Wurst" erhält die Tracht ihre bestimmte Note. Der Rock besteht aus schwarzem, faltenreichen Tuch und einem breiten Saum aus rotem Stoff. Er ist knöchellang. Die Schürze ist aus dunkler Seide mit roten oder grünen Blumenmustern. Der Unterrock ist von grünem Tuch mit rotem Saumbelag. Die schönste Zier beim Unterrock ist die breite seidene Handstickerei. Dazu gehören rote Kniestrümpfe und schwarze Schuhe. Der Kranz ist aus Buchsbaum mit roten Rosen und silbernem Flitter. Hinten hängt ein gesticktes buntes Band herunter. Gehört die Kränzeljungfer zum Gefolge der Braut, so sind Halsschleife, Armbänder und Schürzen von grüner Farbe, bei der Kränzeljungfer des Bräutigams rot.

Die Männertracht:
Die Männertracht besteht aus weißen Leinenhosen, die in schwarzen Schaftstiefeln stecken. Die kurze Weste ist aus schwarzem Wollstoff und zweireihig mit perlmutfarbigen Knöpfen besetzt. Dazu gehört ein flacher schwarzer Hut mit breiter Krempe.

Roßberger Tracht

Der Ursprung der Roßberger Tracht ist leicht nachzuweisen, da diese Tracht eine sehr große Verbreitung gefunden hat. Im Jahre 1870 wurde sie noch in Fürth (Mittelfranken) auf den großen Märkten gesehen. Man fand sie aber auch z.B. in Böhmen in Gebieten, die den Bergbau betrieben haben.
Die Tracht, nach ihrer oberschlesischen Quelle Roßberg so genannt, beherrschte nur bestimmte Gebiete des Industriebezirks. Sie wurde bis 1945 an allen hohen Festtagen und Familienfesten getragen. Doch ist sie nicht mehr ganz rein. Persönlicher Geschmack, der Geldbeutel, sowie das Fehlen alter Bezugsquellen brachten kleine Veränderungen mit; denn die Urtracht war und ist sehr kostbar. Über Bürgerkreise hat sie dann ihren Weg zur Zeit der hohen Bauernkultur in Volkskreise genommen und war hier anfänglich nur Kirchentracht.
Auch hier tragen wir die Trachten der Kränzelpaare (Brautführerpaare), wie sie bis 1945 getragen wurden.

Die Frauentracht:
Die Bluse ist aus feinen, weißen Leinen und am Halsausschnitt und an den Ärmeln mit Klöppelspitze versehen. Vorn wird immer eine kleine weiße Schleife mit Bändern bis zur Schürzenmitte angesteckt. Dazu trägt Sie eine 5 bis 6 reihige Korallenkette, an der hinten ein farbiges Band mit kleiner Schleife befestigt ist. Das Mieder ist aus hellrotem Tuch und aus neun Bahnen geschnitten, die über der Hüfte als Schößchen enden. Um den Ausschnitt des Mieders ist ein in Falten gelegtes Band von blauer Grundfarbe mit weißen Blumen genäht. Darunter wird eine ausgestopfte Rolle getragen, die den Röcken Halt gibt. Der Rock ist aus Damast und knöchellang. Die Unterröcke (bis zu 7) geben der Tracht ein krinolinenartiges Aussehen. Die Schürze ist aus Seide und hat einen hellen Untergrund mit klarem, großem Blumenmuster. Zur Schürze gehört ein farbiges Band, welches vorne zur Schleife gebunden wird. Dazu gehören weiße Strümpfe und schwarze Schuhe. Der Kranz besteht aus vielen bunten Blumen, kleinen Kugeln und silbernen Flitter. Vorne ist immer eine rote Rose. Hinten wird ein geblümtes Band mit Schleife befestigt.

Die Männertracht:
Die Männertracht besteht aus gelben Hirschlederhosen. Dazu werden schwarze Schaftstiefel getragen. Die Weste reicht über die Hüfte und ist aus dunkelblauem Tuch, rot paspeliert. Sie ist mit gelbem Schnurbesatz zu beiden Seiten der Knopflöcher verziert. Darüber wird ein buntes Halstuch getragen. Dazu gehört ein hoher schwarzer Hut mit breiter Krempe.

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